gruberich
24.01.2026 –
„Fernweh nach Alpinistan“
Eine skurrile Weltreise auf vielen Saiten
„Fernweh nach Alpinistan“ war ein wahrlich besonderer Abend, schon optisch mit den schicken Abendkleidern der Damen, der zerzausten Igelfrisur des Herrn und glitzernden goldenen Schuhen bei allen dreien. Aber erstmal zur skurrilen Geschichte, die Thomas Gruber zwischen den musikalischen Perlen im niederbayrischen Dialekt mit einer gehörigen Portion Schauspiel-Talent erzählt: die Weltreise von Xaver, seinem Goldfisch Otto und seiner Fledermaus Frieda, und wie Xaver mit Essstäbchen zu einem Baum im Moor mutiert. Dabei entstehen schon beim Zuhören viele Bilder im Kopf, dennoch gab es visuelle Unterstützung auf der Leinwand mit KI generierten, bewegten Bildern im verträumten Kinderbuch-Stil.
Und dann die Musik: Irgendwie Volksmusik, schon allein wegen der Instrumente, aber auch schräg, experimentell und ein bisschen jazzig. Thomas Gruber ist ein Meister an der Knopfharmonika wie auch am Hackbrett. Dort trifft er die tiefen Töne auf seinem seitlich platzierten Kontrabass-Hackbrett präzise ohne hinzuschauen, während er auf dem Tenor-Hackbrett virtuose und federleichte Melodien wirbelt. Seine Frau Sabine Gruber-Heberlein spielt derweil Harfe wie ein Engel, und Maria Friedrich gibt am Cello mal den Bass, mal den Rhythmus und mal die Melodie an. Und im Bondorfer Kornsaal haben spätestens nach zwei Stunden alle Fernweh nach Alpinistan.
Vielen Dank an die erfreulich große Besucherschar und an den Landes-Hackbrett-Bund, der vielen Interessierten in der Pause und nach dem Konzert dieses seltene Instrument erklärte.
